Aus Elternsicht

Ist es Theater? – oder ist es ein Stück  Familienleben?

Während der letzten Jahre ist in den Besetzungslisten des jugendclub momoll theater mit schöner Regelmässigkeit der Familienname Schraff auftaucht. Joscha (Jahrgang 1991) ist 2013 als theaterspielender Musiker eingestiegen und hat seither für fünf Produktionen die Musik komponiert, Livia (Jahrgang 2001) stand 2016 und 2018 auf der Bühne und nun taucht in «ADDIO PALERMO!» der Name Thierry (Jahrgang 2003) auf. Milena ist Jahrgang 1995. 

Brigitte und Werner Schraff denken im folgenden Text darüber nach, welche Spuren der Theatervirus in der Familie hinterlassen hat.

Da ist ein Team, das zusammen etwas auf die Beine stellt. Jugendliche, die sich entscheiden mitzumachen. Dieses „ja“ ist verbindlich und heisst, seine Fähigkeiten einzubringen, sich zu entwickeln und sich damit schlussendlich vor Publikum zu exponieren. 

Als Eltern von sechs Kindern haben wir oft und gerne Kindertheatervorstellungen besucht. Es war aber wohl  Joscha, welcher uns, ohne dies anzustreben, einen ersten Einblick verschafft hat in dieses spezielle Miteinander, dieses „Miteinander-ein-Theater-erarbeiten“.

Bald war da auch Tochter Livia, die spät abends, nach der Aufführung, mit Heisshunger zu Hause ankam, unbedingt erzählen musste, – empört oder erfreut war über die Aufmerksamkeit des Publikums und die dennoch, nach strenger Arbeit, so viel Lebendigkeit versprühte. 

Eine herrliche Form des Zusammenseins sind auch die Probe-Pausen. Es ist eine schöne Idee, dass das Zubereiten und Bringen der Pausenverpflegung Sache der Eltern ist.

Unterdessen hat Milena an der PHSH eine schriftliche Arbeit über Theaterpädagogik verfasst, und Livia hat für ihre Maturaarbeit das Thema Theatermusik gewählt. 

Jetzt ist Thierry dran. Das neueste Stück spielt in Italien, also soll er häufige und typische italienische Redewendungen bringen. Anregung pur – und plötzlich ist das Theater auch im Alltag präsent und alle setzen sich mit der gegebenen Aufgabenstellung auseinander. Dass Joscha als Klaviercoach von Thierry Stücke komponiert, welche ganz auf seinen kleinen Bruder zugeschnitten sind, ist schön für uns Eltern. Familienvernetzung! 

Als Dessert gönnen wir uns einen Abend mit Theatersport … und besuchen natürlich immer mehrere Vorstellungen vom momoll …

All das ist aber, – genau wie überall, abhängig von den Personen, welche alle diese Komponenten zu einem Ganzen zusammentragen, bündeln und gestalten. Das sind wir uns als Eltern sehr wohl bewusst. 

Deshalb von uns allen, von einer Familie, welche momoll als sehr wertvollen und bereichernden Bestandteil ihres Familienlebens kennengelernt hat, ein grosses Dankeschön!

Danke an das wunderbare momoll-Team. Danke an die speziellen Menschen, welche sich auf beeindruckende Weise mit Text, Regie, Musik, Licht, Bewegung, Produktion … – und unseren Kindern – auseinandergesetzt haben. 

(Brigitte und Werner Schraff)

Thierry Schraff (ADDIO PALERMO!, 2019). Foto: Hans Schneckenburger


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