Interview mit Pia Kugler

Die 19-jährige Pia Kugler ist aktuell im Maturajahrgang an der Kantonsschule im Lee in Winterthur und schliesst nicht aus, nach der Mittelschule etwas in Richtung Theater zu studieren. Sie spielt im neuen Stück „Jenissei“ mit – es ist ihre fünfte Produktion beim jugendclub momoll theater!

Claudia Rüegsegger: Was waren damals (2014, „Wir alle für immer zusammen“) deine Gründe zum Anfangen?

Pia Kugler: Ich habe in den momoll-Werkstatt Projekten mitgespielt und Jürg suchte nach Interessenten für seine nächste Produktion. Für mich war sehr schnell klar, dass ich das machen möchte. Ich habe Theaterspielen immer schon für einen fantastischen Zeitvertreib gehalten, die Gelegenheit bei so einer grossen Produktion mitzumachen war für mich eine unglaublich grossartige Idee.

Zusätzlich sind mit mir ein paar tolle Leute ebenfalls an der Mitarbeit interessiert gewesen, und so wollte ich dann sowieso unbedingt mitspielen!

Hat sich in all den Jahren an deiner Motivation etwas geändert? Ist ein neuer Antrieb dazugekommen?

Meine Motivation hat sich eigentlich nicht geändert, ich hatte und habe grosse Freude am Spielen von Dingen, die vielleicht sogar jemanden berühren.

Was war bisher deine schwierigste Aufgabe im Theater?

Schwierig zu sagen, weil jede Rolle eine andere Herausforderung mit sich bringt. Die grösste Herausforderung im Theater war jedoch beim Stück „Spiegelspiel“ (2016), als ich dort auf der Bühne Klavier spielen musste. Ich habe absolut keine Ahnung von Noten und bin feinmotorisch bzw. am Klavier nicht sehr talentiert.

Was ist für dich die grösste Herausforderung beim Proben des aktuellen Stücks „Jenissei“?

Dieses Jahr ist es für mich momentan insofern eine noch ganz andere schwierige Aufgabe, da ich einen jungen Mann spielen darf. Das mache ich zum ersten Mal und ich freue mich zum einen darauf, bin aber auch sehr konzentriert, nicht das Klischee eines Mannes auf die Bühne zu projizieren. Zum Glück hilft mir Jürg Schneckenburger dabei sehr!

Wie gehst du da vor?

Ein Männerklischee ist für mich ein Mann, der breitbeinig läuft, sich wann immer er kann an sein bestes Stück greift, machohaft sitzt, spricht und sich auch Frauen gegenüber in diesem Stil verhält. (Manchmal, wenn ich einen Mann darstellen möchte, neige ich dazu, ihn karikaturistisch zu zeigen und nicht mehr authentisch). Zum einen umgeht der Text bereits dieses Klischee, da meine Figur überhaupt nicht in diese Richtung geht. Ansonsten gebe ich mir Mühe, nicht auf Mechanismen zu drücken, um „männlicher“ zu wirken!

Ich gehe primär über Sprachmaske, Gefühl und Bewegungsabläufe in die männliche Rolle. Anders als sonst ist wohl die Entfernung zu einem Mann bzw. ich war noch nie in der Situation ein Mann zu sein :), deshalb geht viel über Vorstellung und Beobachtung von Männern:).

Pia Kugler (r) 2014 in „Wir alle für immer zusammen“

 

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