4 Fragen an Olivia Stauffer

Seit einem Jahr im Theaterkurs, in der Werkstatt und in der Werkstatt-Produktion des Jugendclubs sehr aktiv dabei ist Olivia Stauffer – höchste Zeit, sie mittels vier Fragen vorzustellen.

1) Du hast soeben dein Abschlussprojekt an der ZHDK realisiert – was war deine Motivation für das Theaterpädagogik-Studium?

Olivia Stauffer: Nach einem intensiven Jahr bei TheaterTotal in Bochum mit Tour und über 50 Vorstellungen habe ich gemerkt, dass ich Schauspiel sehr gerne mag, aber noch mehr will. Mich fasziniert, wie eine Theaterproduktion entsteht, wie Gruppen sich zusammenfinden, wie Themen verhandelt werden und wie geprobt wird. 

An der ZHdK fühle ich mich sehr herausgefordert. Es wird ein mehrdimensionales und experimentelles Bild von Theater und Pädagogik vermittelt. Das eigene Theaterverständnis wird immer wieder kritisch hinterfragt und die Praxis reflektiert. Zudem finde ich es extrem wertvoll, von Tag 1 an praktisch zu arbeiten,  mit nicht-professionellen Spieler:innen sowie auch mit anderen Kunstschaffenden zusammen.

2) Was davon kommt beim jugendclub zum Tragen?

Mich motiviert es, immer neue Wege zu finden, mit Jugendlichen Theater zu machen. Ich suche nach Partizipation, nach Formen, die sie ins Spiel bringen, und finde wichtig, was die Jugendlichen bewegt und interessiert. Es ist wertvoll, mit einer Gruppe länger zu arbeiten, sie kennenzulernen und gemeinsam ein Ziel zu haben. Ich versuche sie da abzuholen, wo sie sind und sie herauszufordern, dass sie an Orte kommen, wo sie noch nicht waren. Die Jugendlichen bringen viele Themen, Ideen und eine grosse Energie mit, die wunderbar ist.

3) Du hast von Katharina Furrer auch die Produktionsleitung übernommen – was ist dabei die Herausforderung, was macht Spass?

Produktionsleitung ist eine sehr wichtige und spannende Aufgabe, weil Kunst ohne Organisation meist schon gar nicht entsteht. Es interessiert mich, zu überlegen, was einerseits gemacht werden muss und was noch gemacht werden könnte, um die künstlerischen Ziele und die Vision des jugendclubs zu ermöglichen. 

Herausfordernd ist es, die vielen kleinen Aufgaben zusammenzubringen und im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. Katharina ist in der Schaffhauser Kulturszene zu Hause wie keine andere! Ich kämpfe mich noch etwas durch den Produktionsleitungs-Dschungel, um immer ein Stückchen mehr Durchblick zu erlangen.

4) Du wohnst in Zürich – was verbindet dich mit Schaffhausen?

Bis zu meinem 19. Lebensjahr wohnte ich in Neunkirch, habe bei der Kleinen Bühne meine ersten Theaterversuche gemacht, kurz bei momoll Theater gespielt und die Kantonsschule in Schaffhausen besucht. Danach zog es mich für 2 Jahre nach Deutschland und dann fürs Studium nach Zürich. 

Obwohl ich schon länger nicht mehr in Schaffhausen wohne, komme ich zurück, um Familie und Freunde zu sehen. Je länger je mehr treffe ich altbekannte und neue Menschen der Schaffhauser Kulturszene, lerne diese kennen und schätzen. 

Die Fragen stellte Claudia Rüegsegger.

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