Fünf Fragen an Livia Schraff

Livia Schraff (2001) spielt zum dritten Mal beim jugendclub momoll theater. SPIEGELSPIEL (2016) war ihr Einstieg, zwei Jahre später folgte JENISSEI. Heute besucht Livia das vierte Jahr der Kantonsschule, schreibt ihre Abschlussarbeit zum Thema «Theatermusik» und komponiert die Musik für ÜBERSEE. Ihre Ideen, Kompositionen und Arrangements bringt sie zur Probe und erarbeitet vor Ort die übrigen musikalischen Bausteine (Geräusche, Tierstimmen, Gesang, instrumentale Beiträge) mit dem Ensemble. Vor allem Livias Bruder Thierry, welcher als Musiker mitwirkt, wird von ihr instruiert.  Mit ihm wird Livia selbst, in der Rolle einer Musikerin, auf der Bühne zu hören sein.

Wie ist bei dir die Idee entstanden, Theatermusik zu schreiben?

Bei meiner ersten Produktion hatte die Musik einen hohen Stellenwert. Besonders gesungen wurde viel. Das hat mir gefallen. Die Zusammenarbeit mit meinem älteren Bruder Joscha, der bei mehreren Produktionen die musikalische Leitung hatte, ermöglichte mir «Blicke hinter die Kulissen». So wurde meine Neugierde geweckt. Auf der Suche nach einem Thema für meine Maturaarbeit erinnerte ich mich an meine Faszination für das Einflechten von musikalischen Elementen in eine Inszenierung.

Wie bist du die Aufgabe angegangen?

Als Titel, Thema und ein ungefährer Handlungsablauf von ÜBERSEE bekannt waren, begann ich Informationen zur Situation und Lebensweise der Menschen im 19. Jahrhundert, in ländlichen Gebieten der Schweiz, zu sammeln. Mein Klavierlehrer Thomas Silvestri hat mich unterstützt. Es galt traditionelle Schweizer Lieder, Matrosenlieder sowie Reisemotive zu (er)finden. Als die Probefassung geschrieben war, begann ich eigene Motive und Melodien zu komponieren. 

Aller Anfang ist schwer. Trifft das auf deinen Start zu?

Ja! Ich habe gemerkt, dass ein grosses musikalisches Know-how für das Komponieren wichtig ist. Mein Bruder Joscha und Thomas Silvestri haben dieses Wissen und auch viele Erfahrungen, rund um die Einsatzmöglichkeiten der Musik im Theater. Sie wissen oft sofort, welche Akkorde für ein Schweizer Volkslied typisch sind oder welcher Rhythmus, welche Instrumentierung zum Beispiel für eine Dampflokomotive geeignet sind. Mir fehlten diese Grundlagen und ein Anhaltspunkt, wie und wo ich beginnen soll. 

Schliesslich wurde mir klar, dass ich mich für eine Tonart oder eine Basslinie entscheiden muss, zu der ich dann komponiere. Dankbar war ich für die vielen Hinweise und inspirierenden Antworten, die ich von Fachpersonen aus meinem Umfeld auf meine Fragen erhielt.

Wie ist der aktuelle Stand deiner Arbeit?

Ich habe zu allen Szenen Musikideen. Teilweise sind sie noch provisorisch und werden auf der Probe laufend angepasst. Ich habe grosse Freude am Ausprobieren und Entwickeln.

Was wünscht du dir, im Hinblick auf das Endprodukt?

Ich wünsche mir, dass ich mich auf die Premiere freuen kann, weil ich weiss, dass die Komponente Musik funktioniert und bin gespannt, wie das Publikum auf meine Musik reagiert. Ich freue mich, die Zuschauenden mitzunehmen auf unsere ergreifende Reise über das Meer, bis nach Übersee. 

(Text: Milena Schraff)

 

Livia 2018 in JENISSEI. Foto: Hans Schneckenburger

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